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BUDDHADATTA

Buddha & Devadatta

Buddha: Kennt Mensch auch ohne Religionsbezug. Devadatta dagegen vielleicht nicht jeder. Das ist der dunkle Gegenspieler Buddhas. Somit erklärt sich auch die im Titel der ersten LP des japanischen Trios angelegte Dichotomie: Gut & böse, göttlich & teuflisch, hell & dunkel. Mit diesem Thema haben sich schon einige Bands auseinandergesetzt, es lohnt sich allerdings, bei BUDDHAVATTA genauer hinzusehen: Denn zum einen ist Sänger Voglibonze ein buddhistischer Mönch (somit vom Fach, wenn es um buddhistische Themen geht – siehe Ox-Interview), zum anderen ist sein heiserer Kehlkopfgesang, den er über einen treibenden Garage-Rock-Sound legt, schon ziemlich einzigartig. Was diese Platte dazu außergewöhnlich macht, ist die Soundpalette: Statt einfach die Gitarre fuzzy zu elektrifizieren, wird durchgehend eine (Semi-)Akustikgitarre verwendet, was dem Werk einen ganz eigenen Klang verleiht, der durch den sehr präsenten Blubber-Sound von Bassistin Seiko und den simplen, aber effektiven Stompbeats von Drummer Takami getragen wird. Textlich verstehe ich bei Songtiteln wie „The journey of earthly desires“ oder „Farewell of potatoes“ nichts, ein Textblatt gibt es leider nicht. Macht aber nichts, denn wenn die Lyrics scat- bis mantra-artig ins Mikro gegrummelt werden, muss mehr getanzt als zugehört werden. Und manche Songs eröffnen sogar ganz melodisch-tröstliche Passagen. Stell dir vor, VIOLENT FEMMES (der Sound!) hätten jede Menge AC/DC- und DEAD MOON-Platten gehört und dabei ihre Faible für fernöstliche Spiritualität entdeckt. Klingt nach Spaß? Macht es auch! Da haben die Kollegen vom australischen Indielabel Kasumuen einen verdammt guten Riecher gehabt. Es bleiben zwei Dinge zu hoffen: Erstens dass BUDDHADATTA einen anständigen europäischen Vertrieb finden und zweitens dass es irgendwie möglich ist, sie für eine Tour hier rüber zu bekommen. Das wäre dann wie diese Platte: Großartig!

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