
Aus Jamaika kam die Ska-Musik nach England, was 1957 begann, mit diesem neuen aufregenden Mix aus Calypso, Mento, Jazz plus Rhythm & Blues. „Boogie In My Bones/Little Sheila“ von Laurel Aitken war zwar nicht die erste Single, aber schon 1959 eine extrem erfolgreiche. Von jenem „Godfather of Ska“ also, durch dessen Wirken Ende der 1970er die 2Tone-Welle losgetreten wurde, nachdem wir zwischendrin noch den langsameren Rocksteady-Style und Reggae kennen lernen durften. Die „Third Wave“ hatte wiederum ihren Hauptwohnsitz in den USA, gerade THE TOASTERS oder THE SLACKERS schoben den Ska-Zug erneut an. Das war 1984, schon wenig später tauchte auch in der Bundesrepublik eine ganze Reihe kreativer Bands auf, die dieser Fährte zum Glück folgten. Mit dabei ab 1987: THE BUSTERS aus dem süddeutschen Wiesloch, schon bald darauf eine der erfolgreichsten Bands dieses Genres im Lande. Jene neun Musiker, die einen griffigen Mix aus Ska, Pop, Reggae und Rocksteady spielten, kooperierten nicht nur live mit Laurel Aitken, sondern landeten auch beim Hannoveraner Weserlabel von Fabsi (MIMMI’S), jenem Punk-Helden, der schon früh alle Scheuklappen ablegte und gute Bands aus unterschiedlichen Richtungen herausbrachte. Die Bahn war frei. Nun sind fast vier vollständige Dekaden vergangen und alles ist anders – und doch unverkennbar zugleich. Von den Gründungsmitgliedern sind noch die beiden Tasten-Instrumentalisten Schramme und Stephan dabei, sowie Hardy an der Trompete. Mit Joe Ibrahim ist inzwischen aber der siebte Sänger am Werk (wobei die Band häufig mit zwei Sängern agierte), und macht dies seit nun bereits fünf Jahren. Er hat Gesicht und Sound der Combo maßgeblich verändert. Allein schon dadurch, dass er selbst mit der Gitarre den Stil in Richtung Punk treibt. Alles ist nun dichter geworden, schlüssiger, straighter. Puristen des „guten alten“ Ska wird dies zum Teil missfallen, wobei die schon in den Anfangstagen der BUSTERS mit ihrer „kommerziellen“ Ausrichtung nicht einverstanden waren. Das aktuelle, 17. Album wird sicher neue, jüngere Fans in seinen Bann ziehen. Weil es sich als Platte durchgängig gut anhört und weil jeder weiß, wie sehr diese Band bei ihren Live-Auftritten für ekstatische Begeisterung sorgt. Das neue Album legt da schon vorab Zeugnis ab. „Champagne“ ist in diesem Sinne die neue Erkennungsmelodie der Band. Zunächst zieht Joes Stimme ihre Bahnen, dann kommt der Bläsereinsatz, ehe der altbewährte Offbeat zu seinen Ehren kommt. „Your name“ lässt uns mit Rocksteady chillen, bei „One more time“ und dem schnellen „Danger paradise“, das dann durch einen langsameren Refrain fein eingebettet wird, ist damit Schluss. Das sind zwei Songs, die ihre Fans live zum Tanzen geradewegs zwingen werden.
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