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CANNIBAL CORPSE

Violence Unimagend

Death Metal und CANNIBAL CORPSE, die Popularität beider geht quasi Hand in Hand. Waren Genre und Band zu Beginn der Neunziger noch stumpf, aber populär, entwickelten sich beide mit den Jahren weiter. Spätestens mit „Kill“ etablierten die Amerikaner ihre aktuelle Ausrichtung. Immer nachvollziehbar, aber unheimlich technisch und präzise. An den Stücken der Band ist keinerlei Fett. Dabei werden Schlagzeuger Paul Mazurkiewicz und Bassist Alex Webster von Werk zu Werk besser. Mit komplexen Figuren und Rhythmen treibt das Duo die Mitmusiker vor sich her. Kaum zu glauben, dass man es hier mit Menschen in ihren Fünfzigern zu tun hat. Waren die letzten beiden Alben „A Skeletal Domain“ und „Red Before Black“ die bisherige Referenz, so setzt das 15. Werk jetzt noch einen drauf. Ja, am Metal-Stammtisch wird man nur damit punkten, dass man die ersten drei Alben in den Olymp hebt – ist dann halt Quatsch, aber true. Sei’s drum, mit dem Engagement von Produzent Erik Ruten (HATE ETERNAL) als vollwertiges Mitglied hat die Band einen Volltreffer gelandet. Nicht nur hat er mit „Overtorture“ die vielleicht beste Nummer des Albums geschrieben, auch schraubt er die Qualität mit seiner Gitarrenarbeit in ungeahnte Höhen. Stilistisch darf man hier natürlich keine Quantensprünge erwarten. CANNIBAL CORPSE spielen weiter ihre Art von Death Metal. Mag diese oberflächlich immer noch stumpf, aber brachial, klingen, hat sich unter der Haube aber in den letzten dreißig Jahren so einiges getan.