Foto

FRIENDSHIP

Caveman Wakes Up

Schon seit 2015 veröffentlichen FRIENDSHIP aus Philadelphia, Pennsylvania Platten, fanden aber bisher noch nicht in diesem Heft statt. Aktuell erschien mit „Caveman Wakes Up“ ihr zweites Album für Merge nach „Love The Stranger“ von 2022. Es fällt mit schwer, nicht schon bei den ersten Takten an den verblichenen Jason Molina zu denken. Mit Bands wie SONGS: OHIA und dem Nachfolgeprojekt MAGNOLIA ELECTRIC CO. hatte Molina auf wunderbar melancholische und melodische Art seine spezielle Form von Americana (mit starken Neil Young-Bezügen) bereit seit Ende der 1990er auf Platte gebannt. Traditionelle Folkrock-Klänge im Midtempo-Bereich, wo die Gitarren auch durchaus mal lauter werden konnten, auch wenn es eher die subtileren und nuancierten Momente waren, die Molinas Songwriting so bemerkenswert und ergreifend machten. Ohne die vorherigen FRIENDSHIP-Platten zu kennen, ist es fast schon beängstigend, wie die Band die Molina-Vibes bis hin zum Gesang reanimieren kann, als sei der Mann von den Toten zurückgekehrt. Manchmal müssen Platten gar nicht übermäßig originell sein, damit es Klick macht, es reicht oft schon die Erzeugung der richtigen, mit bestimmten Assoziationen einhergehenden Stimmung, und das gelingt FRIENDSHIP hier mit ihrem tief empfundenen Jason Molina-Gedächtnissound absolut hervorragend.

Anzeige