
Vorneweg, ich kann das Buch nur richtigen Die-hard-UK SUBS-Fans empfehlen, die auch der englischen Sprache mächtig sind, denn vermutlich wird es nicht auf Deutsch erscheinen. In den letzten acht Jahren hat Charlie Harper anhand seines Tagebuchs seine Lebensgeschichte in 136 Kapiteln auf 468 Seiten mehr oder weniger chronologisch für die Nachwelt niedergeschrieben. Das Problem dabei ist, dass viele Geschichten nicht fertig erzählt werden, etliche Fakten und Passagen sich wiederholen und Schilderungen literarisch oft nicht über einen Tagebucheintrag hinausgehen. Die Frühphase der 1976 gegründeten Band ist sehr lückenhaft erzählt, obwohl es sicher die turbulenteste und interessanteste Zeit war. Die besten Musikerautobiografien machen Lust, die beschriebenen Songs/Alben während des Lesens umgehend nochmals anzuhören. Hier war dies jedoch nicht wirklich der Fall, genau das zu tun, da die Songs/Alben kaum besprochen oder analysiert werden. Wie wir alle wissen, ist Charlie ein ausgesprochen sympathischer Mensch, ich kenne niemanden, der ihn oder die UK SUBS nicht mag, und er lebt täglich das DIY des Punk, dies kommt im Buch gut rüber. Das Vorwort von Lars Frederiksen von RANCID, der eine Zeit lang ebenfalls bei den UK SUBS Gitarre spielte, ist dagegen komplett überflüssig, eine Lobpreisung, die nichts mit Punk zu tun hat. Ich fragte mich während des Lesens immer wieder, was es mit dem Titel des Buchs, „An Anarchy of Demons“, auf sich hat. Die Auflösung gibt uns Charlie im letzten Abschnitt. Monster können kreativ sein, sie können Diebe sein. Bands sind wie ein Mikrokosmos der Menschheit, und die Menschheit ist Anarchie für Dämonen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Lurker Grand