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CHILLS

Spring Board ­– The Early Unrecorded Songs

Am 28. Juli 2024 verstarb Martin Phillipps, ohne dass sein überraschendes Ableben eine Flut an Nachrufen nach sich zog, wie man es ansonsten kennt, wenn wegweisende Musiker ihre irdische Existenz an den Haken hängen. Das spiegelt auch das grundlegende Problem der Karriere von Phillipps wider, der sich immer ein wenig selbst im Wege stand, auch bedingt durch seinen langjährigen Drogenmissbrauch, dessen Spätfolgen ihn schließlich auch viel zu früh das Leben kosteten. In letzter Zeit hatte Phillipps noch mal den berühmten zweiten kreativen Frühling erlebt, seit er vor gut zehn Jahren begonnen hatte, seine Platten bei Fire Records zu veröffentlichen. Dort erschienen auch jetzt seine letzten Aufnahmen unter dem Titel „Spring Board“, die aber nicht die übliche posthume Leichenfledderei darstellen oder als Rerelease einzuordnen wären. Zwar wurden die Aufnahmen, deren Basis bisher unveröffentlichte Tracks waren, erst nach Phillipps’ Tod finalisiert, eingespielt wurden sie aber noch von ihm selbst. Als prominenter neuseeländischer Gastmusiker beteiligt war auch Neil Finn von SPLIT ENZ und CROWDED HOUSE. Phillipps’ Handschrift ist sofort erkennbar und viele der Songs weisen Elemente auf, die stark an andere CHILLS-Stücke erinnern, die in den 1980er Jahren eine der wichtigsten Bands des sogenannten „Dunedin Sounds“ in Neuseeland waren, ohne dass man von einer Selbstkopie sprechen müsste. Auf „Spring Board“ versammeln sich vielleicht nicht die stärksten Songs, die Phillipps in seiner wechselhaften und tragischen Karriere geschrieben hat, aber die insgesamt 20 Nummern sind alles andere als überflüssige Ausschussware.

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