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DAS WILDESTE AUGE Horror und Science Fiction all’italiana (1957-1994)

Christian Keßler

Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welchem Elan sich Filmjournalist Christian Keßler in den letzten Jahren für seine im Martin Schmitz Verlag erschienenen Bücher durch die Filmgeschichte gearbeitet hat, man würde sich wünschen, nur die Hälfte dieser Filme gesehen haben. Wer allerdings Keßlers schreiberische Tätigkeit seit seiner Zeit beim 1989 gestarteten und 2013 eingestellten Berliner Filmmagazin Splatting Image verfolgt hat, ist vielleicht auch froh, nicht ganz mit dem Bremer (Jahrgang 1968) mithalten zu können. Denn der suhlt sich auch gerne im Schmutz und Schund des europäischen Exploitationkinos und kann selbst noch Dilettanten wie Andrea Bianchi („Die Rückkehr der Zombies“, „Komm und mach’s mit mir“) etwas Positives abgewinnen. Auch Keßlers Humor scheint deutlich vom kalauernden „Schnodderdeutsch“ der Berliner Synchronsprecher-Legende Rainer Brandt und seiner Kollegen beeinflusst worden zu sein. Seriöse Filmkritik darf man hier nur zum Teil erwarten, was aber auch den Unterhaltungswert von Keßlers persönlich gefärbter Schreibe ausmacht – sein Fachwissen steht dabei außer Frage. Nach „Gelb wie die Nacht“ über das italienische Thrillerkino und „Bleigewitter über Cinecittà“ über die italienischen Poliziottesco-Produktionen geht es in das „Das wildeste Auge“ um das italienische Horrorkino und Vertreter von Science Fiction und Fantasy, womit Keßler Bezug nimmt auf „Das wilde Auge“, seinen ersten Versuch dieser Art von 1997. Wie schon bei seinen vorherigen Veröffentlichungen begeistern mich hier alleine schon die zahlreich zusammengetragenen Filmplakate, eine leider ausgestorbene Kunst.

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