
Als Jon Watts Spielfilmdebüt „Clown“ 2014 auch hierzulande auf DVD erschien, gab es zwar noch keinen Art the Clown aus dem „Terrifier“-Horror-Franchise, aber dafür war von einem eigenartigen Horrorclown-Phänomen die Rede, wo angeblich Personen im gruseligen Clownskostüm verstärkt in der Öffentlichkeit beim Erschrecken von Menschen gesehen wurden. Inzwischen sitzt der größte Horrorclown ja im Weißen Haus, gegen den selbst der Monster-Clown Pennywise – ein Albtraum nicht nur für Menschen, die unter Coulrophobie leiden –, aus Stephen Kings Roman „Es“ von 1986 viel von seinem Schrecken verloren hat. Schon der Serienmörder John Wayne Gacy hatte ein eigenartiges Verhältnis zum Thema Clown, unterhielt er doch Kinder als Pogo der Clown, brachte aber niemand im Clownskostüm um, war also folglich auch kein „Killer Clown“. Auch der Immobilienmakler Kent McCoy schlüpft in „Clown“ in ein Clownskostüm, um die Kinder auf der Geburtstagsparty seines Sohnes zu bespaßen. Allerdings unfreiwillig, denn der dafür engagierte Faxenmacher taucht nicht auf. Wie gut, dass der fürsorglicher Familienvater in einem der von ihm betreuten Häuser ein passendes Kostüm findet. Das klebt anschließend wie eine zweite Haut an ihm und setzt in Folge eine unheilvolle innere und äußere Transformation in Gang, für die dämonische Kräfte verantwortlich sind. Was anfangs noch recht schwarzhumorige Momente besitzt, wird schnell zu verstörendem Body-Horror, den man auch als metaphorische Verarbeitung des Kampfes eines Mannes gegen seine pädophilen Neigungen deuten könnte. Ausgangspunkt von „Clown“ war übrigens ein Faketrailer von 2010, angeblich von Eli Roth produziert, der dann tatsächlich Produzent von Watts Film wurde. Der Faketrailer ist auch im Bonusmaterial einer neuen 4K-Edition enthalten, die in unterschiedlichen Ausführungen erschien.