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CLUSTER

II

Wie unpassend der Begriff Krautrock zur Beschreibung der speziellen, Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre entstandenen experimentellen Musik aus Deutschland war, zeigt sich am deutlichsten bei CLUSTER, die sich komplett von herkömmlichen Elementen konventioneller Rockmusik verabschiedet hatten, während etwa FAUST, die ähnlich wie CLUSTER 1971 ihr Debütalbum veröffentlichten, ja durchaus noch Einflüsse angloamerikanischer Musik aufwiesen. CLUSTER führten mit ihrem selbstbetitelten Debüt als Duo das weiter, was Hans-Joachim Roedelius und Dieter Moebius (der 2015 verstarb) zusammen mit Conrad Schnitzler unter dem Namen KLUSTER 1969 in Berlin begonnen hatten. Sie gelten berechtigterweise als Vorreiter von Industrial und Ambient/Drone. Heutzutage würde man CLUSTER und KLUSTER wahrscheinlich sofort dem Bereich elektronischer Musik zuordnen, auch wenn Synthesizer dabei noch keine große Rolle spielten und zur Klangerzeugung ganz normale Instrumente herangezogen wurden, bis hin zu Küchenutensilien, die man mit großer Bastelleidenschaft und innovativer Experimentierfreude manipulierte und verfremdete. Wahrscheinlich wirken die frühen CLUSTER-Alben auch wegen dieser analogen Arbeitsweise (maßgeblich daran beteiligt: Produzent Conny Plank) klanglich erstaunlich „warm“ und zugänglich, auch wenn es sich hier natürlich um Noise und Geräusche handelt abseits erkennbarer Songstrukturen. KLUSTER waren da noch deutlich kruder. Ähnlich wie das Debüt, das zuletzt 2021 bei Bureau B auf Vinyl neu aufgelegt wurde, ist auch der 1972 beim in diesem Bereich wegweisenden Krautrock-Label Brain veröffentlichte Nachfolger „II“, der jetzt auf CD und LP wiederveröffentlicht wurde, ein absoluter Meilenstein, was experimentelle und improvisationsgeprägte „Rockmusik“ angeht, dessen fremdartige Soundscapes auch über 50 Jahre später noch unglaublich faszinierend klingen.

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