
1972 schon gründeten sich COCK SPARRER im Londoner East End, da redete noch keiner von Punkrock und Oi!, sondern Pubrock und Glam waren die Trends der Stunde, der Beat der 1960er noch um die Ecke. Ein gutes Trainingscamp für die Band, die es bis heute wie keine andere drauf hat, enorm eingängige Popsongs zu schreiben. Das unterschiedet sie markant von vielen ihrer Epigonen, die vielleicht lauter und aggressiver grölen können und vielleicht zwei, drei eingängige Songs haben, aber keinen Sack voller Hits. 1978 veröffentlichten COCK SPARRER ihr titelloses Debütalbum, das wegen diverser Irrungen und Wirrungen des Musikbusiness zunächst nur in Spanien erschien und erst 1987 offiziell in UK. Erst 1982, da hatten zwischenzeitlich Garry Bushell und die Musikpresse Oi! „erfunden“, wagten sie den nächsten Anlauf und hauten – auf dem Cover gänzlich ohne glatzköpfigen Skinhead-Look abgebildet – mit „Shock Troops“ ein epochales Album raus, das bis heute der Goldstandard ist für den traditionellen, songorientierten Teil dieses Genres: kein roughes Jungmännner-Geblöke, sondern, basierend auf ihrer jugendlichen Prägung und gefestigt durch Fußballchöre, ein Album frei von Oi!-Refrains, das dennoch in jenen Kreisen auf große Zustimmung stieß. Popmusik mit Wut und Melodie, mit einem stampfenden Drive und eben Hit auf Hit. Mit „Where are they now“ geht es los, „Riot squad“, „Working“, „Take ’em all“ und „We’re coming back“ folgten auf der A-Seite, auf der B-Seite ging es weiter mit „Watch your back“, „I got your number“, „Secret army“, „Droogs don’t run“ und dem seltsam balladesken „Out on an island“ – schräg, aber doch auch gut. Auf der CD-Neuauflage (die x-te ...) gibt’s als Bonus das oft und gerne missverstandene „England belongs to me“, das famose „Argy bargy“ und das kuriose „Colonel Bogey“, das man hierzulande als Kind der 1970er und 1980er als „Komm doch mit auf den Underberg“ kennt – oder als „River Kwai Marsch“. Eine der zehn Punk-Platten für die Insel.
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