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CODE 3

Es überrascht ein wenig, dass Christopher Leones „Code 3“ (ein Notfallcode, der Rettungskräfte auffordert, so schnell wie möglich mit Blaulicht und Sirene zum Notfallort zu fahren) ausgerechnet auf dem Fantasy Filmfest seine Deutschlandpremiere hatte, bevor er auf DVD veröffentlicht wurde. Beschrieben wird „Code 3“ (mit Rainn Wilson aus der US-Version der UK-Serie „The Office“ als desillusionierter gesundheitlich angeschlagener Rettungssanitäter Randy) als „derbe schwarze Komödie voller absurder Zwischenfälle, grauenvoller Unfälle und ätzend undankbarer Kranker“. Diese Elemente gibt es in „Code 3“, allerdings nicht in so spekulativer Form, wie es sich das typische Fantasy Filmfest-Publikum wahrscheinlich wünschen würde. Bereits 1999 hatte sich Martin Scorsese in beklemmender „Taxi Driver“-Manier in „Bringing Out The Dead“ dem von der täglichen Konfrontation mit dem Tod geprägten Alltag eines Sanitäters in New York City angenommen. Gegen die Bitterkeit und Verzweiflung von Scorseses Film wirkt der in Los Angeles spielende „Code 3“ tatsächlich wie ein lockerer Unterhaltungsfilm, wird aber mit fortschreitender Laufzeit auch zu einer realitätsnahen Abrechnung mit dem amerikanischen Gesundheitssystem. Auch die generelle Darstellung des beruflichen Alltags der US-Rettungssanitäter dürfte sich nicht so stark von dem unterscheiden, womit sich die deutschen Kollegen so rumschlagen müssen, zwischen Burnout und Heldentaten. Wikipedia bezeichnet „Code 3“ passenderweise als Tragikomödie. Die stellt mutig relevante gesellschaftskritische Fragen, gepaart mit einem gewissen Unterhaltungsanspruch, damit den Zuschauern nicht gleich die gute Laune vergeht. Im Kontrast zum bissigen und ehrlichen Zynismus zu Beginn wirkt das Ende dieser nicht gänzlich klischeefreien Charakterstudie dann leider etwas zu beschönigend.

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