Foto

COMET GAIN

City Fallen Leaves

20 Jahre hat „City Fallen Leaves“, das sechste Album der Londoner Indiepop-Kommune um David Christian, auf dem Buckel. 2005 erschien es zunächst auf Kill Rock Stars/Track & Field, bekam 2017 den ersten Vinyl-Release auf M’Lady’s spendiert. Tapete hat nun das Werk in allem Glanz und Gloria neu aufgelegt. Ein durchweg spannendes Album, das die Spannbreite der Band mit der hörbaren Begeisterung für PASTELS, PAVEMENT und auch Dan Treacys TELEVISION PERSONALITIES in idealer Weise einzufangen vermag. Christians Songwriting befasst sich mit nerdigen Themen wie der Faszination für Mixtapes oder Henry Dargers krudem Fantasy-Epos über die „Vivian girls“, aber auch tristes Squatter-Leben und die Rolle als „Indie-Underachievers“ werden mit Sarkasmus und Herzenswärme beleuchtet. Es wäre kein echtes COMET GAIN-Album ohne mindestens einen Spoken-Word-Titel (dafür eignet sich die sonor und desillusioniert schnarrende Stimme von Jon Slade bestens!). Fun Fact: der spätere Tapete-Labelmate Bart Davenport (ex-KINETICS und -LOVED ONES) trägt mit geschickt platzierten „California harmonies“ zum wirbelnden Soundkosmos der COMETS bei, die sich auf dem Album mit spielerischer Leichtigkeit jeglicher Klischees entledigen und als sträflich übersehene Band sich erneut den ewigen Außenseiterstatus bescheinigen lassen mussten.

Anzeige