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COMMANDO MENGELE GESUCHT: TOT ODER LEBENDIG

Die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland hat viele skrupellose Massenmörder hervorgebracht. Josef Mengele, der Todesengel von Auschwitz, nimmt dabei einen besonderen Platz ein und wurde quasi zum Synonym für das absolut Böse. Dennoch sah Hannah Arendt bei Kriegsverbrechern dieses Kalibers eine „Banalität des Bösen“. Das Vorbild für Laurence Oliviers Nazi-Zahnarzt in John Schlesingers Thriller „Der Marathon-Mann“ von 1976 dürfte Mengele gewesen sein, 1978 verkörperte dann Gregory Peck selbigen im spekulativen „The Boys From Brazil“. Wer „The Boys From Brazil“ wegen seiner kruden Vermischung von historischen Fakten und Versatzstücken aus der NS-Ideologie für einen der geschmacklosesten Filme des 20. Jahrhunderts hält, kennt noch nicht „Commando Mengele – Gesucht: Tot oder lebendig“ (auf Video hieß er „Angel of Death“) von Andrea Bianchi. Der erschien jetzt in ordentlicher Qualität auf DVD (das Hakenkreuz des Originalplakats wurde dezent abgedeckt), ergänzt um einen launigen Videobeitrag von Lars Dreyer-Winkelmann. Verantwortlich für diesen abstrusen und billig gemachten Naziploitation-Action-Schund war die französische Produktionsfirma Eurociné, zu deren Stammregisseuren der spanische Schmuddelfilmer Jess Franco gehörte, der wohl auch an „Commando Mengele“ beteiligt war. Bei Eurociné ist man auf jeden Fall beim Bodensatz des europäischen Exploitationkinos angekommen, wozu man auch Bianchi zählen kann, Regisseur des halbwegs erträglichen „Die Rückkehr der Zombies“. Mengele wird im Film von Howard Vernon gespielt, ein an sich profilierter Darsteller, der oft Nazi-Schurken verkörperte und auch ein Lieblingsdarsteller von Franco war. Der betreibt im Keller seines Hauses irgendwo in Südamerika bekloppte Genexperimente, während ihm Nazijäger auf der Spur sind.

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