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SQUID

Cowards

Krautpop? Aus dem Vereinigten Königreich? Und das nach einem politischen Post-Punk-Debüt und einem jazzigen zweiten Album? SQUID sind wirklich furchtlos. Na ja, zugegeben, Krautpop klingt zwar catchier, bei genauerer Betrachtung treffen hier aber eigentlich eher psychedelisch eingefärbte Experimente inklusive flirrender Gitarren, Bläser und Streicher auf arty Post-Punk mit schrägen Synths, gezielt gestreuten Dissonanzen und wirklich fiesen Texten. Thema: Die böse Seite des Menschseins. „There’s murder sometimes / But he’s a real nice guy“ ... „Crispy skin“ erzählt von kannibalistischen Trieben, „Blood on the boulders“ von den Manson-Morden beziehungsweise den dunklen Abarten des amerikanischen Traums. „Am I the bad one? / Yep, yes I am“. Homo homini lupus, nicht ohne Grund sticht der von einem Skorpionsstachel verlängerte menschliche Finger auf dem Cover sich selbst in die andere Hand. Musikalisch ist das nichts, was nach dem ersten Nebenbeihören fröhlich mitgepfiffen werden kann, bis hier etwas dauerhaft greift, braucht es schon einige Hördurchgänge. „The future’s perfect / From the backseat“, viel sarkastischer und könnte „Cowards“ wohl kaum enden. Passender zu der dezent apathischen bis apokalyptischen Grundstimmung der Gegenwart wohl auch nicht.

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