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ANARCHO-PUNK - Music and Resistance in London 1977-1988

David Insurrection

Passend zum Anarcho-Punk-Schwerpunkt in Ox #180 hat David Insurrection ein interessantes Buch oder auch Nachschlagewerk zur Londoner Anarcho-Punk-Szene verfasst. David ist Jahrgang 1962, wurde 1979 Punk, entdeckte CRASS, wurde Fanzinemacher (Insurrection) und zog – spät – nach London: von 1993 bis 1997 lebte er in der britischen Hauptstadt, kehrte dann nach Schottland zurück. Vieles, um das es hier im Buch geht, kennt er also nur bedingt aus eigener Anschauung und eigenem Erleben, aber auf jeden Fall kennt er die richtigen Leute und die Orte, die für die Anarcho-Punk-Szene wichtig waren. London war wohl nur vergleichbar mit Amsterdam oder West-Berlin im Zeitraum 1977-1988: kein gentrifiziertes, poliertes Geldanlageparadies, sondern eine abgefuckte Metropole mit leerstehenden Gebäuden, die sich jene nahmen, um darin zu wohnen, die kein Obdach und/oder kein Geld hatten. Junge Menschen aus dem ganzen UK zogen hier hin, probierten sich musikalisch und politisch aus, DIY boomte in Form von (illegalen) Konzertorten, Werkstätten, Läden. Dutzende dieser Orte wie etwa das legendäre Centro Iberico beschreibt David Insurrection, dazu befragte er Zeitzeug:innen und vor allem: er fotografierte sie – heute! Manche Gebäude wurden abgerissen, viele Häuser stehen aber noch, werden längst anders genutzt, und aus diesem Kontrast ergibt sich eine weitere Ebene: Ohne Geschichtsschreibung aus der Szene heraus, wie mit diesem Buch, geht das Wissen darum verloren, dass ein anderes Leben möglich ist, ganz egal wie kaputt die Häuser und Menschen damals auch waren. David erzählt den Anarcho-Punk also „über Bande“, über Häuser und nicht aufgehängt an Bandnamen.

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