
Eine einseitig bespielte LP mit 20 Minuten Spielzeit ist eigentlich eine etwas obskure Idee und auch nicht wirklich ein Album. Anyway, auch wenn sich das Quartett aus Kopenhagen und Odense selber das Etikett „Screamo“ verpasst hat, ist das heute nur noch so semi zutreffend. Ich würde es einfach modernen Hardcore nennen, doch das nur nebenbei zur Einordnung. Wenn mich meine Dänischkenntnisse nicht ganz täuschen, heißt die Platte übersetzt „Wir können nicht für ewig hier bleiben, oder?“. Das klingt ziemlich sentimental und trifft den vielschichtigen Hardcore der Dänen sehr gut. Er enthält viele ruhige Passagen und häufig cleanen, mehrstimmigen Gesang, der diese Bezeichnung auch verdient. Das passt exzellent zu den nachdenklichen und ansatzweise depressiven dänischen Texten. Aber DEMERSAL sind jetzt keine Trauerklöße, sondern wissen durchaus, wie man melodiöse und kraftvolle Riffs schreibt, um die Hardcorekante ausreichend zur Geltung zu bringen. Das Ganze ist sauber und transparent aufgenommen, was alle Feinheiten zum Glänzen bringt, um die sich DEMERSAL trefflich bemühen. Von mir aus kann die Band in dieser Form doch noch ein wenig bleiben.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #159 Dezember 2021 /Januar 2022 2021 und David Gabriel
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #175 August/September 2024 und Helge Schreiber
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Ollie Fröhlich