
Die Veröffentlichungsflut im Comicgenre ist ja per se schon derart groß, dass sich deren Umfang nicht wirklich greifen lässt. Originale, Wiederauflagen, Wiederwiederauflagen, Sammelbände, Best-Of-Bände – es gibt keine Grenzen. Und erst recht gibt es keine Grenzen, wenn es um populäre Figuren geht wie Batman. Der Superheld ohne Superkräfte, der sich aber wohl gerade deshalb einer Superpopularität erfreut. Die neueste Veröffentlichung im Zeichen der menschlichen Fledermaus ist dieser Band, der recht großspurig mit „Batman Klassiker“ überschrieben ist und auch durchaus Unterhaltungswert besitzt, was sich am Ende jedoch auch als kleine Mogelpackung entpuppt und somit einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlässt. Das Schöne daran: Die fünf Geschichten – „Rotes Wasser – purpurner Tod“, „Die Nacht der Fledermaus“, „Batman, wie ihn keiner kennt!“, „Der Dämon der Villa Gothos!“, „Ein Gelöbnis aus dem Grab!“ – versprühen den klassischen Charme der Batman-Ära der 1970er Jahre. Das Düstere der „Joker“- und „Arkham Asylum“-Graphic-Novels oder der (sehr viel) späteren, stark durch die entsprechenden Filme geprägten „Dark Knight“-Jahre ist nur dezent zu erkennen. Gleichwohl deutet die zeichnerische Entwicklung des Protagonisten schon auf das hin, was da einmal kommen würde. Das hat schon Kultcharakter – vor allem natürlich für diejenigen, die mit dem seinerzeit bekannten Batman aufgewachsen sind. Doch die Geschichten selbst sind alles andere als Klassiker. Im Falle eines Tonträgers würde man wohl von „B-Seiten“ sprechen und für die begeistern sich ja eher Nerds und Maximal-Fans. Immerhin, dem Rest wird zumindest etwas Kurzweil beschert.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Frank Weiffen