
Ohne den 2013 verstorbenen US-amerikanischen Autor Richard Matheson wäre das amerikanische Kinos der 1950er, 1960er und 1970er um einige bemerkenswerte Werke im Bereich Science Fiction und Horror ärmer. So arbeitete Matheson mit Roger Corman bei dessen Edgar-Allan-Poe-Adaptionen als Drehbuchautor zusammen, ebenso schrieb er das Drehbuch für Steven Spielbergs Frühwerk „Duell“. Seine ersten beiden Romane „Ich bin Legende“ und „Die seltsame Geschichte des Mr. C.“ von 1954 und 1956 wurden ebenfalls verfilmt, ersterer sogar dreimal. Für Jack Arnolds Schwarz-Weiß-Adaption von „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“ von 1957 schrieb Matheson dann auch das Drehbuch. Die katholische Filmkritik urteilte damals zwar „Zweitklassige Trickaufnahmen, viele hilflose Phrasen, törichte Gesamtgestaltung ...“, aber „Mr. C“ ist ein wirklich gut gealterter, sehr ernsthafter Genre-Klassiker, der interessante philosophische Fragen zur Bedeutung des Menschen im Universum stellt. Denn ein amerikanischer Durchschnittsbürger, der während eines Bootsausflugs offenbar in Kontakt mit einer seltsamen radioaktiven Wolke kam, wird hier auf Molekularebene geschrumpft und verschwindet schließlich einfach im Nichts. Jan Kounen, der sich in der Vergangenheit mit recht wilden Filmen wie „Dobermann“ und der Comic-Adaption „Blueberry und der Fluch der Dämonen“ einen Namen machen konnte, verfilmte Mathesons Geschichte jetzt mit Jean Dujardin in der Hauptrolle erneut, in Farbe und mit vermeintlich besseren Spezialeffekten. Insgesamt ist Kounens den veränderten Sehgewohnheiten angepasste Version, die jetzt auf DVD und Blu-ray erschien, durchaus gelungen, hält sie sich doch stark an die Vorlage und Arnolds Film, bietet inhaltlich aber nichts wirklich Neues und wirkt thematisch etwas aus der Zeit gefallen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #118 Februar/März 2015 und Anke Kalau