Foto

DER MANN, DER WUNDER VOLLBRINGEN KONNTE - nach der Erzählung von H.G. Wells

José-Luis Munuera

Womit sich die Menschen im Europa des 19. Jahrhunderts wohl so zugedröhnt haben? „Der Mann, der Wunder vollbringen konnte“ nach zu urteilen, hat es jedenfalls ordentlich reingehauen, es ist jedenfalls eine ziemlich esoterisch angehauchte Reise in das Unterbewusstsein des Protagonisten. Aber H.G. Wells’ 1898 erstmals veröffentlichte Geschichte über den Durchschnittsbüroangestellten Fotheringay, der eines Tages plötzlich und unverhofft all seine Gedanken in Tatsachen verwandeln kann, ist bei genauerem Hinschauen eher bissig sarkastisch als psychedelisch verträumt. Die sonst für Wells typischen Wissenschaftsanleihen werden quasi einmal komplett auf links gekrempelt und die Kirche kommt dabei auch nicht sonderlich gut weg. Wer schon immer mal wissen wollte, wo „Bruce Allmächtig“ und Konsorten abgekupfert haben, sollte sich das unbedingt zu Gemüte führen. Die tendenziell im 1990er-Jahre-Disney-Stil reichlich überzeichneten Figuren müssen dafür in Munueras Graphic Novel-Version allerdings in Kauf genommen werden.

Anzeige