
DER MODERNE MAN kamen (kommen!) aus Hannover, wurden 1979 geboren, bewegten sich im Kontext des No Fun-Labels und veröffentlichten mit „80 Tage auf See“ (1980) und „Unmodern“ (1982) zwei bis heute bemerkenswerte Alben. 1984 endete die Karriere – die Kopisten hatten das NDW-Rennen gewonnen, die Originale waren raus. 2009 kam mit „Drama, Spiel und Blut ... Das Archiv Teil 1“ eine erste Aufbereitung des Schaffens, 2011 folgte „Unmodern – plus“ ... und 2019 die Wiederbelebung – ein neues Album ist für 2025 in Arbeit. Seitdem spielt die Band wieder Konzerte, und von damals sind heute drei Originalmitglieder noch und wieder dabei: Gitarrist Eckart Kurtz (hier: EKT; machte auch mit den HAMBURG RAMÖNES von sich reden), Bassist Jens Gallmeyer (unter anderem GIGANTOR) und Martin „Mattus“ Simons am Mikro (damals auch Bassist, hatte dann den Ur-Sänger Ziggy XY ersetzt). Schlagzeug spielt seit der Reunion Lars Horl. Tapete Records hat nun eine erneute Rerelease-Aktion in Sachen DMM gestartet, nachdem zuletzt 2019 das Hannoveraner Label Rockers sowohl „80 Tage auf See“ als auch „Unmodern“ im LP-Format neu aufgelegt hatte. Ergänzt wird die Rerelease-Kampagne um die Zusammenstellung „Jugend forscht – Singles / EPs / Demos 1980-1983“, womit man eine ziemlich umfassende Zusammenstellung der historischen Aufnahmen der Band in den Händen hält. Im Booklet von „Jugend forscht“ gibt es auf Deutsch und Englisch eine umfassende Bandbiografie von Martin Fuchs nebst diversen Fotos, zu „Unmodern“ hat Frank Spilker Linernotes verfasst, zu „80 Tage auf See“ übernahm Frank Apunkt Schneider den Job. Und ich schrieb zu „80 Tage auf See“ und „Unmodern“ 2019: Post-Punk gab es eben nicht nur in UK, was seinerzeit auch von John Peel bemerkt wurde, der „Gib mir den Tod“ mehrfach spielte und die Band damit adelte – GANG OF FOUR, PiL und Co. scheinen gerade auch im Umgang mit Rhythmus und Gitarrensounds Spuren hinterlassen zu haben, ähnlich wie bei FEHLFARBEN seinerzeit. [...] Angedeutete Ska-Rhythmen schleichen sich ein, etwas KRAFTWERK („Blaue Matrosen“), funkige Rhythmen, sehr eingängige Elektro-Pop-Schemata, wie beim faszinierenden „Gurus & Geheimagenten“. Essentielle deutsche Musikgeschichte, vorbildlich aufbereitet.
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