
Die Thüringer haben die juristischen Nackenschläge von vor gut fünf Jahren, als ihrem Tour-Basser sexuelle Nötigung vorgeworfen wurde, was sich jedoch im Nachhinein als unwahr herausstellte, gut überstanden. Nach kurzer Zwangspause fand die Band wieder die Kraft für neue Musik und veröffentlichte 2022 mit „Doomsday“ ihr fünftes Album. Nun, drei weitere Jahre später kommt der Nachfolger „Veins Of Fire“, für den die Band von Century Media zu Testimony Records wechselte. Es fällt sofort auf, dass der Sound vermeintlich poppiger geworden ist. Ja, das ist zweifellos noch immer melodischer Death Metal mit mächtig Dampf unter der Haube, aber das Klangbild ist bedeutend sauberer und auch die Kompositionen wirken auf eine Art irgendwie „aufgeräumt“. Und einen Song wie „Storm of resistance“ hätte ich jetzt wegen seines latenten ARCH ENEMY-Vibes auch nicht zwingend gebraucht. Aber keine Sorge, vom Pop-Appeal der heutigen IN FLAMES ist die Band noch weit entfernt. Mit „Veins Of Fear“ werden sie garantiert keinen alten Fan verprellen, eher sogar neue hinzugewinnen können. HEAVEN SHALL BURN bekommen langsam ernstzunehmende Konkurrenz, was ihren Status als größte Band Thüringens angeht.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Jens Kirsch