
Dem Quartett DESPERATE JOURNALIST aus London ist mit „No Hero“ abermals eine stimmige Synthese aus Post-Punk-Flair, Retro-Synthie-Sensibilität und New-Wave-Rhythmik gelungen. Sängerin Jo Bevan nimmt einen sofort gefangen mit ihrem Gesang, der an die Stimmlage von Dolores O’Riordan (THE CRANBERRIES), Hayley Williams (PARAMORE) und mitunter an Björk erinnert. Die Band beherrscht die druckvollen 1980er-Jahre-Nummern ebenso wie die Melodramen bei „You say you are lonely“. Ein Song wie „Unsympathetic parts 1 & 2“ hat eine melancholische Kraft, wie man sie von THE ORGAN, WARPAINT oder MIDAS FALL kennt. Wer dem emotionalen Drama von „Decode“ von PARAMORE nicht abgeneigt ist, wird auch bei „No hero“ auf seine Kosten kommen. Griffige Refrains und treibende Hooklines, die hängenbleiben, sind in der musikalischen DNA der Band verankert. „Comfort“ ist fast eine smarte Synthie-Nummer für den Dancefloor. „Underwater“ erinnert an die jüngste Inkarnation der 1980er-Jahre-Formation ALTERED IMAGES mit ihrem letzten Album von 2022. Was auffällt, ist der stärkere Einsatz von Synthies, denn während der Aufnahmen entdeckte Gitarrist Rob Hardy sein Interesse an diesem Sound und speziell TANGERINE DREAM und wollte mehr über analoge Synthie-Bands lernen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #132 Juni/Juli 2017 und Markus Kolodziej
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Markus Kolodziej
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #118 Februar/März 2015 und Markus Kolodziej