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DIE ABENTEUER VON JO, JETTE UND JOCKO

Hergé

Oha, eine Gesamtausgabe im Carlsen Verlag ohne Vor-, Nachwort oder sonstige Gimmicks, was ist da los? Vielleicht liegt es daran, dass die ziemlich farblosen Charaktere nie eine größere Fangemeinde hatten. Sogar Hergé selbst konnte sich nicht so recht mit dem Geschwisterpaar Jo und Jette und dem Affen Jocko anfreunden. Entstanden war die Reihe als Gefallen für die beiden Äbte und Cœurs Vaillants-Herausgeber Courtois und Pihan, denen „Tim und Struppi“ zu verwegen und ungewöhnlich war (Tim ist Waise, geht nicht zur Schule und bereist auf eigene Faust die Welt). Für ihre katholische Zeitschrift sollte etwas „Normaleres“ mit einer Familie aus Vater, Mutter und zwei Kindern her. Um seine damals einzigen Auftraggeber nicht zu verprellen, wickelte Hergé die Arbeit wie gewünscht und merklich ohne große Motivation ab: Die erste Geschichte mit Jo, Jette und Jocko, „Die Manitoba antwortet nicht“, erschien Anfang 1936 in schwarz-roter Koloration, vier weitere Abenteuer folgten bis 1939. Für die vorliegende Gesamtausgabe wurde die veränderte Form und Reihenfolge der ab 1951 erschienenen deutschen Übersetzungen übernommen, Band 3 („Das Vermächtnis des Mister Pump“) und 4 („Rekordflug nach New York“) wurden zu Band 1 (eigentlich „Die Manitoba antwortet nicht“) und 2 („Der Ausbruch der Karamako“), nur „Das Tal der Kobras“ blieb an seiner ursprünglichen Position als Abschluss der Serie. Dabei wurde allen Abenteuern die vierfarbig kolorierte Fassung aus der Wiederauflage im Comic-Magazin Tintin zugrunde gelegt. Und inhaltlich? Auch Jo und Jette haben Tim und Struppis Rassismusproblem, ansonsten sind es zwei biedere, altkluge Kinder, denen einfach immer alles gelingt.

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