„Die letzte Jagd“ („The Last Hunt“) von Richard Brooks, von dem auch der großartige, oft als Kritik am Vietnamkrieg verstandene Western „Die gefürchteten Vier“ stammt oder die Truman Capote-Adaption „Kaltblütig“, lief hierzulande im Kino, erschien aber nie auf Video oder DVD und wurde nur häufiger mal im Fernsehen ausgestrahlt. Fast hielt ich „Die letzte Jagd“ hierzulande schon für einen verschollenen Film, aber jetzt erschien er doch noch mal auf DVD und Blu-ray – auf der Blu-ray zusätzlich mit einer Alternativen HD-Restaurierung mit etwas anderem Bildformat. Die Vorarbeit leistete der Western-Autor Milton Lott mit seinem gleichnamigen, hierzulande 1955 erschienenen Roman. Lott erzählt darin die Geschichte der beiden gegensätzlichen Büffeljäger Sandy McKenzie und Charles Gilson, die Ende des 19. Jahrhunderts ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Büffelfellen verdienen, zu einer Zeit, als die zum Teil auch von der Regierung forcierte Büffeljagd, um den Stämmen der Prärie-Indianer ihre traditionelle Lebensgrundlage zu nehmen, fast zur Ausrottung des Bisons geführt hatte. Dieses Problem sieht auch Sandy McKenzie (Stewart Granger), im Gegensatz zu seinem vom Töten besessenen rassistischen und sadistischen Partner Gilson (Robert Taylor), was zu unüberbrückbaren Konflikten zwischen den beiden Männern führt. Für die immer noch schockierende Authentizität dieses exzellenten psychologischen und in Bezug auf die Geschichte der Ureinwohner Amerikas auch sehr politischen Westerns sorgen die Aufnahmen von echten Büffeln, die zur Regulierung der Bestände von Scharfschützen der Regierung geschossen wurden. „Das Publikum konnte es nicht ertragen“, erzählte Brooks später. „In England wurden die meisten Szenen mit den Büffeln herausgeschnitten. In den USA konnten sie es wegen ihrer eigenen Schuld nicht ertragen ...“
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Thomas Kerpen