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DIM PROSPECTS

Abscheu und Neugier

Transparenz first: Die Gitarre von DIM PROSPECTS-Sechsssaiter Mops kenne ich seit Jahrzehnten aus nächster Nähe (er spielt sie meist laut!) und diversen gemeinsamen Bands. Was er mit Chri (voc), Jochen (gt), Klaus (bs) und Uzn (dr, voc) hier 13 Lieder lang aufführt und anrührt, würde jenseits freundschaftlicher Verhaberung neu den Wunsch befeuern, unbedingt mit ihm Musik machen zu wollen ... Seit der exzellenten Split-LP mit FLOWERS IN CONCRETE (2020) hat sich bei DIM PROSPECTS die zweite Stimme – Gerald – verabschiedet, die Lyrics sind nun durchgehend auf Deutsch. Reflektieren diese in den Titeln unernste Obsessionen mit Themen wie Zähnen („Plombenziaga“, „Gegenbiss“) und Haaren („Endfrisur“, „Trockenhaubenhorizont“, „Onduliert“) sind sie beim Lesen und Hören waches, kritisch-lustvolles Reiben am Wahnsinn Österreichs und der Welt. Sänger Chri ist um klare Worte nie verlegen: „Der Kirchenwirt, die rechte Sau, schenkt Selbstgebrannten ein.“ Ebenso kraftvoll und klar ist die Musik, die im Sound von Tom Zwanzger bei 100% Hitdichte 13 Lieder lang fährt wie eine Hölle, in die nicht nur alle dringend wollen sollten, die durch BUMEN AM ARSCH derselben oder das Ledergesicht aus Sunderland einen beschleunigten Herzschlag erfahren haben. „Die Frisuren saßen niemals besser“, sprich: Meisterwerk und Lieblingsplatte.

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