
Senkrechtstart ist bei dieser Band noch untertrieben. Die Bremer hatten noch keinen Song veröffentlicht und standen schon beim Wacken Open Air, beim Übersee Festival und der Breminale auf der Bühne. Kein Wunder, in Norddeutschland sind die fünf Typen keine Unbekannten. Vier von ihnen waren vorher gemeinsam in der Bremer Indie-Band STUN aktiv. Dann kam die Pandemie und Gitarrist Oskar Brozek dazu. Jetzt also der Neustart als DRAMATIST. Giftiger Post-Hardcore voller Verzweiflung und Dringlichkeit. Eine Wand aus drei Gitarren, dramatische Moll-Töne und eine wütende Stimme. Mit Texten über die Brutalität der Welt, Frauenrechte, die eigentlich selbstverständlich sein sollten oder große Gefühle wie Enttäuschung oder Trauer. Am Mischpult saßen gleich zwei Größen aus der Branche: Gregor Hennig (DIE STERNE, OIRO) im Studio Nord in Bremen und Kurt Ebelhäuser (BLACKMAIL, PASCOW) im Tonstudio 45 bei Koblenz. Ebelhäuser hat gemischt, Hennig hat gemastert. Deshalb klingt das Debütalbum von DRAMATIST nicht wie ein Debütalbum. Neun ausgereifte Songs, die sehr international aufgestellt sind. Bestens geeignet für Fans von FUGAZI, BLACKMAIL oder IDLES. Wenn alles nach Plan läuft, dürften die Bremer spätestens im Sommer bei Festivals überall in der Republik aufschlagen. Ich stelle schon mal Bier kalt.
© by Fuze - Ausgabe #116 Februar/März 2026 und Jeannine Michèle Kock
© by Fuze - Ausgabe #116 Februar/März 2026 und Jeannine Michèle Kock
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Wolfram Hanke