
Der Einstieg in diese wunderbare halbstündige EP versetzt einen sofort in ein Gefühl der Behaglichkeit. Wobei das nicht ganz zutreffend ist, denn der initiale Basslauf könnte auch ein Album von UFOMAMMUT eröffnen oder in erdverbundenem Stoner-Rock münden. Doch sobald erstmals eine Gitarre erklingt, bricht die himmlische Weite des Post-Rock die sich unter der Oberfläche anbahnende Unruhe auf. Die Musik von MONTECENERI wird größtenteils von einem eher bedächtigen, akzentuierten Bass und einem hintergründigen Schlagzeug getragen. Die flimmernden Gitarren können sich sanft entfalten und ihren Wirkungskreis ausmessen. Nach einer ganz gemächlichen Vorbereitung türmt sich ein Riff auf und lässt den Instrumentalrock vollständig zur Geltung kommen. Die vorangegangene EP hat das Quartett aus Mailand tatsächlich „Heimweh“ genannt, so dass sich spätestens in Kenntnis dieses gefühligen Titels jede Sorge zerstreut, dass die Band mit den Mitteln der Aggressivität operieren könnte.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Henrik Beeke