
1995 schrieb ich über das zweite Album „Raza Odiada“ der Band aus Los Angeles: „Irgendwelche Spaßköpfe aus dem FAITH NO MORE/SEPULTURA-Umfeld verstecken sich hinter pseudomexikanischen Identitäten, um mal so richtig die Sau rauszulassen. [...] Musikalisch werden Fans von ultrabrutalem Metalcore bedient, der allerdings nach drei Songs nur noch stumpf wirkt. Ein Witz, den man erklären muss, ist eben keiner, und ich muss zugeben, dass ich hier nichts verstanden habe.“ Tja, die LOKALMATADORE oder KASSIERER hat in L.A. wohl auch niemand verstanden, der derbe Humor des über die Jahrzehnte mit zig Gastmusikern arbeitenden Projekts erschließt sich in Gänze wohl nur, wenn man sich mit südkalifornischer respektive mexikanischer Kultur inklusive Narco-Thematiken auskennt. Nein, verherrlicht wird hier nichts, aber eine 7“ wie „El Patron“ zu Ehren von Pablo Escobar und den Menendez-Brüdern aufzunehmen, dazu brauchte es „cojones“ – die das damalige Label Roadrunner nicht hatte und die Veröffentlichung ablehnte. Auf der zweiten 7“ „¡Machetazos!“, die von AT jetzt neu aufgelegt wird, gibt’s Schockbilder von toten Drogenmafiakämpfern, dazu entsprechende Texte. Eine absurde, dunkle Welt, in die sich die musikalischen Extremsportler BRUJERIA da vertieft hatten (und haben).
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