
Eine Platte, die zweifelsfrei ausführlich im X-Mist-Newsletter seziert worden wäre, schließlich erschien die erste LP 1994 auf dem Gasoline Boost-Sublabel von X-Mist, das speziell für die Noiserock-Sparte ins Leben gerufen worden war. Im 34. Jahr des Bandbestehens erscheint dann auch endlich der dritte Longplayer. Noiserock der alten Schule. Zäh, roh, brachial, ohne viel Firlefanz, Lametta oder Gimmicks. Man hört die Chicago-Wurzeln, schmeckt die Nähe zu Bands wie SHELLAC, McLUSKY oder eben TRIGGER CUT, die allesamt Geschwister im Geiste sind. Ein Schlag auf das Fell muss sich lohnen und ausklingen, bevor der nächste Hit kommt. Hektik ist was für Anfänger, jedes Riff sitzt exakt da, wo es sitzen muss, nicht zu viel und nicht zu wenig, um dann aus heiterem Himmel zu explodieren. Über allem thront der allmächtige Bass, um sein gewichtiges Wort zu sprechen, während sich der Mensch am Mikrofon die Stimmbänder herauswürgt, hadert, anprangert und offensichtlich nicht empfänglich für Gegenargumente jedweder Art ist. Aufgenommen in der Kathedrale für diese Art von Musik, nämlich im Electrical Audio-Studio des leider verstorbenen Steve Albini. Noiserock der 1990er-Abschlussklasse, so wie er sein muss. Zwischen den Stücken gibt es kurze Fragmente und Skizzen, die nicht zu einem eigenen Song herangewachsen sind. Raus damit, Platz für Neues schaffen.
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© by Ox-Fanzine - Ausgabe #95 April/Mai 2011 und Stefan Gaffory
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