
ENGST bringen ihr Album „Gute Laune“ auf den Markt und feiern damit ganz nebenbei zehn Jahre Bandgeschichte. Die Truppe um Ur-Berliner Matthias Engst startet mit „Auf die nächsten Zehn“ betont freundlich. Ein Dankeschön an die Fans, ein Schulterklopfen in eigener Sache und erst einmal ein breites Grinsen. Der Eindruck von reiner Partymusik hält jedoch nicht lange. Das anfängliche Gute-Laune-Moment entpuppt sich schnell als Tarnung und nicht als durchgehendes Konzept. ENGST meinen es ernster. Spätestens bei „Gott ist tot“ wird klar, dass hier nicht nur Bierbecher gehoben werden. Der Nietzsche-Gruß dient als bitter-ironischer Kommentar auf eine Welt im permanenten Krisenzustand. In „In Therapie“ wird weiter seziert, was gesellschaftlich schiefläuft und welche Spuren das bei den Menschen hinterlässt. Musikalisch bleibt die Band dabei erstaunlich diszipliniert. Rockig, melodisch und punkig im Geist, aber ohne kopfloses Draufhauen. „Gute Laune“ ist weniger ein Versprechen als Provokation und funktioniert vor allem als Gegenentwurf zu einer Welt im Dauerkrisenmodus.
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