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ROCKET FREUDENTAL

Erdenmenschen weggetreten

Wurde schon erwähnt, aber ich bin die Zweitmeinung. Noch so ein Spätling, der im letzten Jahr aus vielen Bestenlisten gefallen ist, weil es immer noch Leute gibt, die so etwas bereits im Oktober tippen, um wenigstens einmal zu den Ersten zu gehören. Elektro-Punk-Minimal-Post-Irgendwas? Es wird schwierig mit einer gepolsterten Schublade, denn was die beiden Herren hier abliefern, ist gut abgehangen, manchmal so sehr heruntergestrippt und reduziert, dass bei noch weniger das Licht durchschimmern würde. Wo sich manch anderer verkünstelt, bringen ROCKET FREUDENTAL es ziemlich genau auf den Punkt. Die Texte (ein Gedicht) sind zum Mitlesen und werden angemessen proklamiert, wobei der Endreim konsequent durchgezogen wird. Wo keine Gitarre sein muss, findet sich auch keine, und überhaupt klingt es trotz aller Reduktion verdammt noch mal saugut und satt. Overdubs unter anderem von Moritz Finkbeiner, Produktion von Putte, Mastering Ralv Milberg, arg besser geht es aufnahmetechnisch im Stuttgarter Kessel wirklich nicht. Die richtige Record-Release-Party steht immer noch aus, ein Abend, auf den ich mich ausdrücklich freue, auch wenn das Loch im Bauch seit Wochen immer größer wird, weil es sich zieht. In der Tat eine der besten Scheiben, die man 2020 für Geld kaufen konnte, wer etwas anderes behauptet, hat einen an der Murmel. Anspieltipp: die komplette Platte!