
Ich mag Bands, deren Coverartwork man instinktiv einsortiert und dann auch noch belohnt wird, weil man gar nicht mal so falsch lag. Ziemlich cleverer Synthpunk mit DEVO- und Psych-Elementen und schöner Bandbreite, der immer wieder an die Tanzreflexe appelliert. Die Band hat ein Händchen für die kleinen, feinen Zutaten, die heimliche Hits ausmachen, beherrscht ihr Handwerk exzellent und hat keinerlei Berührungsängste mit Retro-SciFi-Tunes oder Disco-Anleihen, die sie ihrem Punksound beimischen, der irgendwo in den frühen 1980ern verwurzelt ist. Manche hätten das damals „New Wave“ genannt, die hatten aber keine Ahnung und fanden manche Bands nur deshalb gut, weil sie explizit nicht im Punk-Fach standen, obwohl sie genau dorthin gehörten. Musikalisch top notch, gerade wegen der vielen Genreüberschreitungen, bei der auch verpönte Elemente zum Einsatz kommen wie „Clap hands“ oder eine TALKING HEADS-Gitarre. Vielleicht die LP, die A//LPACA statt „Laughter“ hätten machen sollen. Am Ende steht dann mit allen Zutaten immer ein verdammt eingängiger Song, bei dem ich vor dem inneren Auge kleine Clubs voller verschwitzter junger Menschen in ausgelassener Bewegung sehe.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #170 Oktober/November 2023 und Gereon Helmer
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Kalle Stille