
Da wird der Therapeut lachen, wenn ich ihm davon erzähle, wie mich wieder einmal eine Band „rumgekriegt“ hat, und das justament und spätestens mit dem dritten Song auf ihrem Album, der wie heißt? Genau, „Anal“! Ähnlich wie bei den Labelkollegen FERAL weicht anfängliche Skepsis schon gegen Ende des Openers „Aaa“ diesem inneren, bald äußeren Grinsen, wenn der Analyse-Muskel – Garage-Rock, a bissl STOOGES, a bissl frühe TURBONEGRO, a bissl NEW BOMB TURKS – der ungetrübten, zunehmend begeisterten Freude über diese genial in Szene gesetzte, ungenierte Rock’n’Roll-Debilität nachgibt. „It’s my life and I do what I wanna“, proklamiert das Amsterdamer Quartett im Titelsong seines Debütalbums, und das ist in tristen Zeiten nicht der schlechteste Ansatz. Zwölf Songs lang bereiten sie ihren Zuhörer:innen ohne Schwächeln genau das, was der Albumtitel avisiert. Wo hab ich bloß die Luftgitarre hin verräumt?
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Rainer Krispel
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Joni de Groot