
Nach zwei Alben und einer Handvoll Singles lässt der Novelty-Effekt nach und Gewöhnung setzt ein. Und es kommt, wie es kommen musste, mittlerweile klingt „neues“ Material austauschbar, beliebig, wie nach bewährter Blaupause angefertigt. Das war bislang bei allen Bands von Childish so, und auch das GUY HAMPER TRIO, personell identisch mit Billys aktueller Band CTMF, aber mit Hammond-Orgel-Virtuosen Maestro James Taylor, geht diesen Weg. Das soll keinesfalls bedeuten, dass „Dog Jaw Woman“ keinen Spaß macht. Das Album, produziert wie alle zuvor im Ranscombe-Studio in Chatham, besitzt einen sinistren Groove, die durchweg instrumentalen Tracks haben ein jazziges Flair und wären in Coffee-Bars im nebelgefluteten Soho der frühen Sixties der Sound der Stunde gewesen. Der eine oder andere Song hat es zuvor schon auf Singles des Trios geschafft, etwa „Instrument of evil“, einem Morphinisten-Blues, der gewissermaßen als Sequel zu „7% solution“ (die Morphium-Konzentration, die sich Sherlock Holmes spritzt) angelegt ist. Zehn Songs auf handwerklich hohem Niveau, mit Spielfreude und musikalischer Finesse in Szene gesetzt. Vielleicht täte das Trio nun künftig gut daran, auch mal Uptempo-Groover einzuüben, das hat beim JAMES TAYLOR QUARTET stets bestens funktioniert und könnte ein Ausweg aus der kreativen Sackgasse sein, in der Hamper und Co. zu stecken scheinen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #166 Februar/März 2023 und Gereon Helmer
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