
Tobias Hacker aka Gymmick ist das Schweizer Taschenmesser der Nürnberger Musikszene: Cartoonist, Liedermacher und Schauspieler. Neun Jahre lang war er mit Kai Sichtermann und Funky Götzner von TON STEINE SCHERBEN unterwegs, um die Songs der Polit-Revoluzzer zu feiern. 2017 haben die drei sogar das Doppelalbum „Radio für Millionen“ aufgenommen. Inzwischen stehen Kai und Funky mit Sängerin Birte Volta auf der Bühne. Deshalb hat Gymmick mit ein paar Freunden aus Nürnberg versucht, eigene Songs im Stil von TON STEINE SCHERBEN zu schreiben. Zwei Musiker der „Erben“ kennt man von der Beat-Band THE MERGERS. Das funktioniert mal besser, mal schlechter. Im Vokabular gibt’s deutliche Überschneidungen, aber die Melodien erreichen nicht Ohrwurm-Stärke 10 wie bei den Scherben. Und auch die Poesie von Rio Reiser bleibt unerreicht. Sind einfach völlig andere Zeiten. Revolution gibt’s nur noch im Wasserglas. Zum direkten Vergleich gibt es ein Update des berühmten „Rauch-Haus-Songs“ von 1972. Die Songs sind aufwändig orchestriert mit Harfe, Flügel, Querflöte oder Kontrabass. Aufgenommen in den Rooney Road Studios in Nürnberg von der Band selbst. Veröffentlicht über Ahuga, das Liedermacher-Label von Götz Widmann (JOINT VENTURE). „Gymmick & Die Erben“ ist kein schlechtes Album, aber an eine Scherben-Platte kommt es nicht heran.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Wolfram Hanke