
Die seit 1999 Platten veröffentlichenden, in Mainz gegründeten Schwarzmetaller NOCTE OBDUCTA hatten definitiv schon mal schönere Cover, denn ihre neue EP (nach dem letzten Album „Karwoche – Die Sonne der Toten pulsiert“ von 2023) mit fünf Stücken ziert nur ein schnödes, möglicherweise nach einem Gig entstandenes Bandfoto. Ungeschliffen klangen ihre Platten schon immer, besaßen aber auch stets stilistische Brüche, so mischten sich hier Prog, Gothic und Melodic Metal in die schwarzmetallischen Klänge, neben einer Prise Selbstironie in den Titeln, die „Blut, Bier, Dunkelheit“ oder „Faustphisto“ lauten. Während die ersten vier Stücke solides schwarzmetallisches, gewitteriges Geballer der rohen Art mit einer gewissen Nähe zu klassischem (Deutsch-)Punk liefern („Nothing to write home about“), repräsentiert der deutlich epischer angelegte letzte Track „Auf wortlosen Fluren (Gemälde derer, die schieden – Teil 3)“ – Teil 1+2 finden sich auf der Doppel-LP-Version des 2001er Albums „Schwarzmetall“ – eher das, was ich an NOCTE OBDUCTA schätze, nämlich wie man sich elegant von stereotypen Genrevorgaben lösen kann.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Thomas Kerpen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #155 April/Mai 2021 und Thomas Kerpen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #171 Dezember 2023/Januar 2024 2023 und Thomas Kerpen