
Seit Anfang der 2000er Jahre bringt Samuel Beam in schöner Regelmäßigkeit Platten heraus, die mit ihrem Akustik-Blues und Country-Pop auch von Menschen gehört werden, die etwa das Schaffen von Will Oldham oder Bill Callahan/SMOG schätzen. Leider erging es mir bei Beam ähnlich wie bei Oldham und Callahan, denn die anfängliche Begeisterung wich irgendwann gelangweilter Genervtheit aufgrund der immer minimalistischeren Aneignung traditioneller folkloristischer Klänge. In diesem Zusammenhang müsste ich mir das zweite, ebenfalls bei Sub Pop veröffentlichte IRON & WINE-Album „Our Endless Numbered Days“ von 2004 wirklich noch mal anhören, das ich damals ziemlich abgefeiert hatte. Zuletzt hatte Beam auf Sub Pop 2024 „Light Verse“ veröffentlicht. Beam gelangen darauf einige wirklich schöne Nummern, das musste man schon neidlos anerkennen, songwriterisch besitzt der Mann schon seine nicht von der Hand zu weisenden Qualitäten. Aktuell erschien sein neues Album „Hen’s Teeth“ (ein Begriff für alles, das nicht natürlich vorkommt, wie etwa fliegende Schweine), auf dem sich auch zwei bezaubernde Kollaborationen mit dem Frauen-Folk-Trio I’M WITH HER befinden, das Beam schon live begleitet hatte. Aber auch ansonsten ist Beam mit „Hen’s Teeth“ ein sehr schönes und entspanntes Album gelungen, das sehr sophisticated Pop und Country verbindet und bei den stilvollen Arrangements eine ausgewogene Mischung aus reduzierteren und pompöseren Momenten findet.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Thomas Kerpen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #174 Juni/Juli 2024 und Thomas Kerpen