
Keine Band im Punkrock-Zirkus hat eine größere Klappe als THE HIVES. Die Band nennt ihre Alben vollmundig „Lex Hives“ oder „Tyrannosaurus Hives“ und wird nicht müde, sich selbst als „größte Rockband der Welt“ zu bezeichnen. Dahinter steckt aber kein überbordender Narzissmus, sondern eine dicke Portion Humor und eine geschickte Marketingstrategie. Deshalb kann man den Titel des neuen Albums „The Hives Forever Forever The Hives“ problemlos mit einem Augenzwinkern lesen. Ihre vorlaute Art haben die fünf Schweden schon in ihren Anfangstagen kultiviert. 1993 ging es los in der Kleinstadt Fagersta als Support für THE PRICKS oder THE HELLACOPTERS. Da waren die beiden Almqvist-Brüder Per aka Howlin’ Pelle Almqvist und Gitarrist Niklas aka Nicholaus Arson noch Teenager. Mit dem zweiten Album „Veni Vidi Vicious“ (1999) und den beiden Hits „Main offender“ und „Hate to say I told you so“ explodierte die Band. Es folgte ein Siegeszug durch Clubs und Festivals. Sie teilten die Bühne mit AC/DC, ROLLING STONES, ARCTIC MONKEYS oder FOO FIGHTERS und veröffentlichten vier weitere Alben: „Tyrannosaurus Hives“ (2004), „The Black And White Album“ (2007), „Lex Hives“ (2012) und „The Death Of Randy Fitzsimmons“ (2023). Das alles fast in Originalbesetzung, nur Bassist Mattias Bernvall aka Dr. Matt Destruction musste vor zwölf Jahren gesundheitsbedingt die Band verlassen und wurde durch Johan Gustafsson aka The Johan and Only ersetzt. Mit „The Hives Forever Forever The Hives“ veröffentlichen die hibbeligen Skandinavier ihr siebtes Album. Das hat alles, was eine HIVES-Platte braucht: simple Strukturen, Mitgrölrefrains und das nötige Tempo. Ich glaube, es gibt keinen einzigen langsamen HIVES-Song. Mit „Hooray hooray hooray“ und „Bad call“ gibt es zwei Nummern mit Hitpotenzial und das Artwork spiegelt den schelmischen Größenwahn der Schweden wider. Ein royales Bandfoto mit Kronen und hermelinbesetzten Umhängen. Auf der Bühne gibt es dagegen Cowboy-Suits aus Polyester. Mit jedem Album werfen sich THE HIVES in ein anderes schwarzweißes Bühnenkostüm. Die neuen Songs sind kompakt, direkt und funktionieren bestimmt bestens auf großen und kleinen Bühnen. Wie schon auf dem Vorgängeralbum haben sich einige sehr punkige Nummern ins Repertoire eingeschlichen. Back to the roots. Aufgenommen haben sie die 13 Tracks in Stockholm unter anderem im Studio von Benny Andersson (ABBA). Produziert wurde das Album von ihrem langjährigen Komplizen Pelle Gunnerfeldt (REFUSED, FIRESIDE, LAST DAYS OF APRIL). Zusätzlich wurde noch Mike D von BEASTIE BOYS als Co-Produzent aus New York eingeflogen und als kreativer Berater hat Josh Homme von QUEENS OF THE STONE AGE seinen Senf dazu gegeben. THE HIVES schwimmen längst im Promi-Teich.
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