
Die hatte ich ja ganz vergessen ... und jetzt sind sie wieder da. Dan, Daniel, Hugh, Jacob und Mike gründeten die Band 2001 in Washington, D.C., zuvor hatte man zusammen bei TROOPER und THE NO-GOS gespielt. Das Debüt kam 2003 auf Dischord, 2004 folgte mit „Cough“ das zweite Album, und dann ... kam 20 Jahre nichts. Zum 20. Geburtstag des Debüts fanden sie sich 2023 wieder zusammen, und nun kam mit „Hostile Design“ ein neues Album der fünfköpfigen Band mit der ausgesprochen eigenwilligen Besetzung und daraus resultierendem konzeptionell etwas anderer Bühnenpräsenz: links ein Drummer, rechts ein Drummer, hinten ein Bassist, vorne einer, und dazwischen die Gitarre. Gitarrist und Sänger Daniel greift auch mal in die Tasten, Bassist Jacob zum Saxophon, und wer nun messerscharf schließt, dass das nicht Hardcore der traditionellen Sorte aka der einstelligen Dischord-Katalognummern ist, liegt exakt richtig und/oder kennt die beiden ersten BLACK EYES-Alben. Das Ganze ist schon etwas konzeptioneller angelegt, auch rhythmisch, doch Dischord-Aficionados und Menschen, die bei Hardcore einen weiteren Horizont haben als das, wofür (bei aller Wertschätzung) AGNOSTIC FRONT stehen, werden hier überreichlich bedient. In meinen damaligen Rezension verwies ich auf (logisch) FUGAZI, doch sind da auch BIG BOYS drin oder THE EX ... und Dub! Ian MacKaye hat produziert und gemeinsam hat man den Zaubertrick hinbekommen, dass das alles zwar total komplex und fordernd ist, aber dann doch immer wieder auf den Punkt kommt und groovet und eben keine zerfasernde Freejazz-Nervenprobe ist. Ein Album, das mir beweist, wie sehr ich mir regelmäßigeren Release-Input seitens Dischord wünschen würde. Außergewöhnliche Band, außergewöhnliche Platte.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #56 September/Oktober/November 2004 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #51 Juni/Juli/August 2003 und Joachim Hiller