
Das beste Lied („Go“) hat auf den gängigen Verbrecher-Streamingplattformen die mit Abstand wenigsten Klicks. Im für den Dancefloor konzipierten Pop lässt meine Expertise offenbar zu wünschen übrig. Die unter dem Künstlernamen HAAI aktive Musiker:in Teneil Throssell trägt die Ballade gemeinsam mit Kaiden Ford vor. Die verschlafenen Zeilen im Refrain prägen sich nachhaltig ein: „No sleep, we’re Tokyo drifting / We got out in the nick of time“. Das Finale des Albums nimmt den gelassenen Ambient-Techno wieder auf, mit dem „Humanise“, produziert von Jon Hopkins, begonnen hat. Dazwischen entwirft HAAI eine musikalische Welt, die ein aufmunterndes Kopfnicken in Richtung Menschlichkeit ausdrückt und eine positive Reaktion auf eine sich rasend schnell verändernde Umwelt darstellt. Wer sich in dieses künstlerisch ambitionierte Universum hineinwagt, den erwartet ein magischer Pop-Entwurf. „Humanise“ ist hautnah und gegenwärtig produziert und schmiegt sich eng an den Puls der Zeit.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Henrik Beeke