
Drei Gitarren sorgen für die Sound gewordene Dichte. Der Bass führt mit einem zähen Wummern eine atmosphärische Vertiefung herbei. Der Synthesizer und die klare Struktur der sechs langen Songs erzeugen eine Nähe zu BRUIT≤. Die französischsprachigen Schreie erzeugen Beklemmung. YAROSTAN aus Marseille umschiffen sämtliche Standards von Hardcore und meißeln mit einem stilistisch extravaganten Album dessen künstlerische Relevanz in Stein. „Cathédrales de poussière“ endet mit einem Post-Metal-Riff, das im nachfolgenden „Interstices“ direkt in den Klammergriff des hysterischen Gesangs genommen wird, der die letzten Töne unerbittlich in einen Strudel aus Emo-Violence schleudert. Die atmosphärische Härte wird daran gehindert, sich zu entfalten und stattdessen mit gleißender Wut erstickt. Man ahnt, dass auch die restlichen Stücke nicht so enden werden, wie sie begonnen haben. Zwischenzeitlich hat ein bisschen Post-Rock die Nervenenden etwas reguliert, da bricht sich die exzessive Entladung in der Mitte von „Godot“ unerwartet und vollständig Bahn und entwickelt sich zum intensivsten Part von „III“. YAROSTAN sind immer umnebelt von Düsternis und die klanglichen Formen, in denen sie sich ausdrücken, changieren zwischen AMENRA, OSTRACA und BIRDS IN ROW, zwischen blinder Wut und kritischem Atemstillstand.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Henrik Beeke