
Nein, Noiserock hat sich nie nur von seiner ernsthaften Seite gezeigt. Es gab bei aller akustischen Schroffheit und politischen Attitüde immer Raum für Humor. Es wäre aber nicht schlimm gewesen, wenn MOJA ein bisschen mehr Aufwand betrieben hätten, um eine Pointe zu landen. Oder sich darum bemüht hätten, sich Texte zu überlegen, die nicht komplett uninteressant sind. „The Tokyo-based drum and bass duo“ lässt es anständig rumpeln und kommt ohne Umwege auf den Punkt. Der Punkt ist, die Dinge in uralter DIY-Tradition schnell und unkompliziert anzugehen und dabei nicht groß nachzudenken. „Distortion, rhythm, and chemistry“ werden in einer enormen Geschwindigkeit erzeugt. MOJA etablieren ein kraftvolles Scheppern, das keine weiteren Erläuterungen benötigt. Die Texte sind die eines Vierjährigen, aber zumindest musikalisch ist das japanische Duo zu allem entschlossen. Und es gibt Bands da draußen, die beides vermissen lassen: Form und Inhalt. „I’m Hungry“ lässt eine Abhängigkeit von Cheeseburgern durchblicken, obwohl niemand danach gefragt hat, bleibt aber trotz einem hohen Fettanteil in Form.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Henrik Beeke