Foto

IN SCHWERER SEE

s/t

Das Papierschiff – Faltanleitung im Booklet inklusive – auf dem Cover gleitet im Strudel unaufhörlich dem fixierten Mittelpunkt zu, dem Logo, das aus den Initialen des Bandnamens besteht und wie ein Anker aussieht. IN SCHWERER SEE aus Rastatt setzen damit ihren Namen grafisch um und versuchen, uns bereits vor dem ersten Auflegen der 3-Song-EP zu sich hinzuführen. Die gesamte Debüt-EP bewegt sich im Bereich von Post- und Modern Hardcore und vereint passend verschiedene Einflüsse. Am Song „Konventionen“ lässt sich die spielerische Bandbreite sehr gut erfassen: Er beginnt klanglich chaotisch in TRAINWRECK-Manier, bevor er in einen bisschen ruhigeren Part übergeht, danach wieder das erste Riff aufnimmt, um schließlich in einem Mitschreipart zu gipfeln, der sich mit wechselnder musikalischer Untermalung mehrfach wiederholt und bis zum Ende in Dauerschleife durchläuft. Ich fühle mich dabei an Emo-nahe Vertreter à la WILLY FOG erinnert, was vielleicht an den deutschsprachigen Texten liegt. Die Gangshouts sind bei allen Songs obligatorisch, kaum verwunderlich, wenn das politische Credo im Booklet mit „Es geht nur zusammen“ überschrieben ist. Ob da mal LOXIRAN gehört wurde? Bleibt zu hoffen, dass das Papierschiff nicht im Strudel versinkt, sondern den Gezeiten trotzt und in diesem Fahrwasser weiter schippert.

Anzeige