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MOVING TARGETS

In The Dust

Was für ein Relaunch! Als solchen würde man das im normalen Business bezeichnen, was Ken Chambers seit 2018 gelungen ist. Der hatte die Band 1981 in der Nähe von Boston, MA gegründet, war mit dieser Teil der damals großen Hardcore-Szene dort, und veröffentlichte mit „Burning In Water“ (1986), „Brave Noise“ (1988), „Fall“ (1991) „Take This Ride“ (1993) vier Alben, die ihre Fans hatten, aber etwas im Schatten von (anfangs) HÜSKER DÜ und später BUFFALO TOM, (frühen) SOUL ASYLUM, DINOSAUR JR und Co. standen. Post-Hardcore meets Indierock. 1994 war Schluss, 2006/07 gab es mal Lebenszeichen, aber erst mit „Wires“ von 2018 und einigen Europatouren war Kenny Chambers mit neuen Musikern wieder präsent und eroberte die Herzen alter wie neuer Fans im Sturm. Nichts hatte er über 25 Jahre an Songwriting- und Musikerfähigkeiten eingebüßt, seine Stimme wie sein Gitarrensound waren so unverkennbar und markant, wie vom famosen „Take This Ride“ erinnert. Dann „Humbucker“ im Corona-Jahr 2020, das übliche Elend verschobener Touren, und nun meldet sich Chambers mit „In The Dust“ zurück, eingespielt im April und Mai 2022 im Magpie Cage-Studio mit Emilien Catalano (dr) und Yves Thibault (bs), mit dem famosen J Robbins an den Reglern (und auch mal an der Orgel und als Backing-Sänger). Zwölf Songs sind auf dem Album, erstaunliche drei davon Instrumentals. Die Klangfarbe, die Stimme, die Gitarre – alles dermaßen vertraut, längst ein Trademark-Sound. Einfach schön, eine dieser Bands, einer dieser Musiker, die man unter hunderten heraushört.