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EDEN CIRCUS

Irrlicht

Gut Ding will eben Weile haben. Dachten sich wohl auch die Hamburger Experimental-Rocker, die satte elf Jahre ins Land gehen ließen, ehe nun der Nachfolger des 2014er-Debüts „Marula“ an den Start geht. Gründe waren – natürlich – unter anderem die Pandemie, aber eben auch diverse Line-up-Wechsel. So haben im Laufe der Jahre beide Gitarristen die fünfköpfige Formation verlassen. Mittlerweile allerdings wurde die Truppe wieder zum Quintett aufgestockt. Stilistisch agieren die Norddeutschen nach wie vor im ungemein spannenden Schnittfeld aus Prog, Rock und zeitgemäßen Metal-Klängen: vertrackte Rhythmen, verkopfte Melodien, viel Laut/leise-Spielerei und eine Menge musikalischer Überraschungen. Fronter und Sänger Siegmar Pohl garniert das Ganze mit seinem eindringlichen, markanten Organ – mal gefühlvoll hauchend, mal vehement klagend. Die Mischung passt, die Stimmung ebenfalls. Allein bleibt am Ende der Eindruck, dass diverse Harmonie- und Rhythmuswechsel irgendwie krampfhaft aufs Band gebracht wurden. Womöglich hatten sich im Laufe der Zeit einfach zu viele Ideen angesammelt, die die Band jetzt allesamt auf einer Platte umsetzen wollte. Gut Ding will eben Weile haben. Und weniger ist eben manchmal mehr. So sieht’s aus.

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