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ODYSSEUS

Jacques Lob, Georges Pichard

50 Jahre mussten vergehen, bis ein deutscher Verlag gewagt hat, diese krude Mischung aus der Grundgeschichte der antiken Odyssee von Homer, schwarzweißer Space-Age-Optik und viel nackter Haut an durchtrainierten bärtigen Männern und voll-, oft auch barbusigen Twiggy-, Jean Shrimpton- und anderen Topmodell-Verschnitten der 1960er zu veröffentlichen. Nicht weiter verwunderlich, denn schon zum Zeitpunkt ihres Entstehens hatten Jacques Lob (Szenario) und Kunstprofessor Georges Pichard (Zeichnungen) große Schwierigkeiten, einen Verleger für ihre Fortsetzungsgeschichte zu finden. Ursprünglich 1968 vom „Club français du livre“ (leichtsinnigerweise gänzlich ohne weitere Vorgaben) in Auftrag gegeben, weigerte dieser sich nach Sichtung der ersten Panels, das Ergebnis zu publizieren. Ändern wollten Lob und Pichard nichts, daher findet „Odysseus“ nach einiger Suche schließlich im italienischen Comic-Magazin Linus eine erste Heimat. Bald allerdings wechselt man schon zum französischen Ableger Charlie Mensuel, weiter fortgesetzt nach einer Pause in der Monatszeitschrift Phenix, bevor die „Odysseus“-Odyssee in der Zeitung France Soir endet. Eine Irrfahrt in jeglicher Hinsicht also. Was damals mit seiner starken erotischen Kante und anderen Tabubrüchen wie Drogeneskapaden für den Mainstream noch eine echte Provokation darstellte, hat allerdings mit mehreren Jahrzehnten Abstand schon deutlich Staub angesetzt, der Zeitgeist ist einfach enorm präsent. Barbarella trifft Ziggy Stardust, Crepax’ Valentina und Sandalenfilm anyone? Für Freunde des Schrägen und Bizarren ist das eigentlich eine ideale Kombi. Nicht nur die Griechen haben einen Hang zur Tragödie ...

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