
Anfang des Jahres waren WATERPARKS erst auf Tour durch Europa, jetzt ist das Trio aus den USA endlich mit seinem neuen Album „Jinx“ zurück. Für eine Band, die ein früheres Album „Greatest Hits“ genannt hat, ist „Jinx“ wohl alles andere als ein ungewöhnlicher Albumname. Und dennoch wirkt das Ganze wirklich ein bisschen verhext. Es ist schon ein paar Releases her, dass WATERPARKS ihre Pop-Punk-Roots hinter sich lassen wollten, und doch klingt auch dieses Album ohne den klaren Pop-Punk-Anspruch ein bisschen (genre-)verloren. „Jinx“ glänzt mit einzelnen Songs – „Tell me why“ etwa eröffnet das Album gleich mit einem Feature von Mark Hoppus. Die Erwartungen sind also hoch. Und doch fühlen sich manche Songs etwas zu „gimmicky“ an. In „If lyrics were confidential“ wird mit den eigenen Fans abgerechnet – für WATERPARKS absolut nichts Neues, und bei einigen Ereignissen innerhalb des Fandoms auch sehr verständlich. Nur wird das Ganze ins Lächerliche gezogen, wenn in der Bridge über Timothée Chalamet gesungen wird. Wohl um bewusst die Absurdität zu betonen, was aber nichts daran ändert, dass es im Song stört. Trotzdem ist das Album catchy und geht gut rein. Nach dem dritten Hören, kann man nicht anders, als mitzusingen. Bei „Prowler“ trauen sie sich, deutlich härter zu klingen, als man es von der Band gewohnt ist, und das zahlt sich aus. Und es gibt auch andere Highlights auf dem Album: „Girls need guns“ ist der letzte Track und handelt (sehr allgemein gesprochen) von Frauenrechten. Sänger Awstens eigene Mutter kommt darin auch zu Wort. Es ist ein sehr persönlicher, bewegender Song, der dem Rest des Albums noch mal eine andere Perspektive verleiht. „Jinx“ ist ein eingängiges Album, mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen, die dafür sorgen, dass man sich fragt, in welche Richtung sich WATERPARKS eigentlich entwickeln wollen. Vielleicht macht aber auch genau das WATERPARKS aus – sie passen in keine Box, gehören nirgends so richtig hin, ziehen einfach ihr eigenes Ding durch.
© by - Ausgabe # und 13. November 2019
© by Fuze - Ausgabe #89 August/September 2021 und Isabel Ferreira de Castro
© by Fuze - Ausgabe #119 August/September 2026 und Isabel Ferreira de Castro
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