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GESELLSCHAFTSTANZ - Klangverhältnisse und Außenseiter-Sounds

Jonas Engelmann

„Punk hatte von Anbeginn ein Problem: [...] Punk war vor allem der Soundtrack männlicher, weißer Vorort-Jugendlicher mit Inhalten, die ihr Leben dokumentierten und ihre Unzufriedenheit mit der Welt bekundeten, aber kein Ohr hatten für die Probleme anderer sozialer und ethnischer Gruppen.“ Kritische Worte aus einem der insgesamt 18 Engelmann-Texte, erschienen in den Jahren 2012 bis 2024, die dieser Band erstmals versammelt. Ursprünglich in diversen Publikationen von Neues Deutschland über taz, Jungle World, No Border, Fabrikzeitung bis hin zum Axel Springer-Kommerzorgan Musikexpress (wie passt das bitte hier rein?) veröffentlicht, setzt er bei der Auswahl der Texte Utopien und Minderheiten im popkulturellen Kontext in den Fokus. Will heißen: Deregulierung in der Musikindustrie, die Reflexion von Klassenverhältnissen in der Musik, migrantische Stimmen im HipHop, Frauen im Punkrock, bekennend jüdische (und ein pseudojüdischer) Musiker diverser Genres, Musikerbiografien afroamerikanischer Künstler oder die „gestohlene Popkultur Namibias“. Vieles wird eher angerissen, manches nur lose mit großen Worten und Zitaten umtänzelt (etwa das Thema Plastik und Pop in „Mythen in Tüten“). Oft laden interessante Anknüpfungspunkte zur Vertiefung ein, hier und da fehlt mir der konkrete Bezug allerdings. Die Hamburger Schule? Hat, obwohl manche Perle darunter ist, als übertrieben gehypeter Liebling des deutschsprachigen Musikjournalismus der 1990er wohl keinen berechtigten Platz in einer Veröffentlichung, die das Wort Außenseiter im Titel trägt. Auch nicht als Vorbild für aktuelle Außenseitermusik. Darum gilt hier: Rosinenpicken.

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