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JULIA EFFEKT

Nachtparkett

Das in Wien operierende Quintett JULIA EFFEKT ist beim dritten Song, „Geburstagsclown“, als ein Gast das Wohnzimmer betritt. Ich lese den einleitenden Satz des Infos zur Musik, die wir hören, vor: „(...) ist das gewaltigste, ausformulierteste, mitreißendste Debütalbum einer neuen Gitarrenband seit langer Zeit“. Es dauert bis zum Umdrehen der Platte nach dem sechsten Lied „Verschwende deine Jugend“, bis wir uns halbwegs (!) beruhigt und zu lachen aufgehört haben. Nö. Njet. In Zeiten der herrschenden welt/gesellschaftspolitischen Autokraten scheint der Unterschied zwischen Behauptung und Fakten komplett zu verrutschen, aber so tut mensch sich als Band keinen Gefallen. Wenn dann noch der Publikumsraum des Wiener B72 zum Saal hochgejazzt, und das überwürzte Referenzrisotto THE SMITHS, THE CURE, KILLING JOKE, INTERPOL, FONTAINES D.C. und IDLES – kleiner haben wir es nicht? – aufgefahren wird, müssten die eigentlich nicht unsympathischen JULIA EFFEKT eine Musik aufbieten, die sie so einfach nicht machen. Dabei sind die schon gut, nicht nur das Bemühen des Sängers/Texters etwas zu sagen, berührt, aber solch uncharmante Propaganda geht (bei mir) nach hinten los.

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