
Dem Manga- und Horror-Fan muss man Junji Ito eigentlich nicht mehr vorstellen: seine bekanntesten Werke „Tomie“, „Uzumaki“ oder „Gyo“ haben ihn zum Kultautor werden lassen, seine Werke wurden verfilmt und als Animes umgesetzt. Wenn man so will, ist Ito der japanische Stephen King. Während der Corona-Pandemie war Ito wie so viele zu Hause eingesperrt und hat sich von Skizzen aus seinem Notizbuch zu einigen Kurzgeschichten inspirieren lassen, da auch ihm langsam die Ideen ausgingen, wie er im Nachwort berichtet. Das Ergebnis erscheint nun gesammelt in zwei Bänden unter dem Titel „The Liminal Zone“. Sie drehen sich allesamt wieder um die typischen Ito-Themen wie Besessenheit, Tod und Geister. Die Stärken der Storys liegt dabei in ihrer Kürze, da man sie zügig weggelesen hat. Wie immer gelingt es Ito, mehr oder weniger vertraute Situationen oder Orte in Schauplätze des Horrors zu verwandeln. Dabei mögen die Bände vielleicht nicht an die großen und kleinen Perlen des bisherigen Schaffens von Ito heranreichen, sind jedoch zu jeder Zeit unterhaltsam und bieten das, was man von dem Mangaka gewohnt ist.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Dennis Müller